Welche Klimaanlagen-Größe brauche ich? Eine Zahl in 30 Sekunden
Der Verkäufer fragt: "wie viele Quadratmeter ist der Raum?". Dein Nachbar sagt "1 kW pro 10 Quadratmeter reicht". Das Internet sagt etwas anderes. Ohne eine Zahl fällt es schwer, ein paar Tausend Euro für Geräte freizugeben.
Du tippst die Raumfläche, die Deckenhöhe, wie viele Personen sich meist im Raum aufhalten und wie viel Sonne auf die Fenster trifft ein. Der Rechner zeigt die reale Kühlleistung, die du brauchst: in Kilowatt (kW) und in BTU/h (die Einheit auf den Klimaanlagen-Etiketten). Er schlägt auch die nächstgelegene Standardgröße vor: 2,5, 3,5, 5,0, 7,0 oder 9,0 kW.
Im erweiterten Modus addierst du Gebäudedämmung (alter Bestand vor 1980 vs. Neubau), wärmeerzeugende Geräte (Server, Gaming-PCs) und die Auslegungs-Außentemperatur für den heißesten Tag. Die Formeln sind auf gemäßigtes Klima zugeschnitten, wie West- und Mitteleuropa, das Vereinigte Königreich oder die nördlichen USA.
So nutzt du den Rechner
- Tipp die Raumfläche in Quadratmetern (m²) ein. Wenn du sie nicht erinnerst, miss Länge und Breite und multipliziere. Ein 4 × 5 Raum sind 20 m².
- Tipp die Deckenhöhe ein. Wohnungen aus den 1980ern liegen typisch bei 2,5 m, Neubauten 2,7 m, Altbauten 3,0 m aufwärts. Eine höhere Decke heißt ein größeres zu kühlendes Volumen.
- Wähle, wie viel Sonne die Fenster bekommen. Niedrig (Nordausrichtung), mittel (Ost oder West), hoch (Süd, Dachgeschoss, große Verglasung). Sonne kann 15-35 % der Last hinzufügen.
- Tipp ein, wie viele Personen sich meist im Raum aufhalten. Jede Person fügt etwa 100 Watt Wärme hinzu. Die ersten 2 sind im Grundwert enthalten, der Rechner addiert also nur darüber hinausgehende.
- Das Ergebnis ist die benötigte Leistung in kW und BTU/h plus die Standardgröße, die du im Handel kaufst (aufgerundet auf den nächsten Standard).
- Wechsle in den erweiterten Modus, um Gebäudedämmung (schlecht, normal, gut), wärmeerzeugende Geräte (Gaming-PC 400 W, Server 300 W) und die Auslegungs-Außentemperatur für den heißesten Tag des Jahres hinzuzufügen.
- Lies die Warnhinweise unter dem Ergebnis. Der Rechner sagt dir, wann du Puffer hinzufügen sollst (Dachräume, große Südfenster) und wann du nicht größer wählen sollst (überdimensionierte Klimaanlagen entfeuchten schlecht, takten zu schnell ein und aus und verschleißen schneller).
Wann das nützlich ist
Sechs typische Situationen, in denen dieser Rechner Geld und Kopfschmerzen spart:
- Klimaanlage fürs Schlafzimmer wählen. Ein 15 m² Raum, Westfenster, zwei Personen schlafen darin. Der Verkäufer drückt ein "Mittelklasse-Modell, 5 kW" rein. Du tippst die Zahlen ein: der Rechner sagt 1,9 kW, ein 2,5 kW Gerät reicht. Du sparst 350-550 EUR und kaufst nichts Überdimensioniertes.
- Wohnzimmer mit offener Küche kühlen. 40 m², Südfenster, 4 Personen plus TV und Computer. Erweiterter Modus zeigt 6,2 kW: du kaufst 7 kW, nicht 5. Ohne Rechner hättest du vielleicht beim Kauf gespart und es an heißen Juli-Nachmittagen bereut.
- Dachzimmer kühlen. Du tippst 30 m², Höhe 2,2 m (Schräge), Sonne hoch, Dämmung schlecht ein. Der Rechner zeigt, dass du 5 kW brauchst, fast so viel wie ein normales Wohnzimmer. Eine Warnung sagt dir: das Dach erst dämmen, sonst läuft die Klimaanlage non-stop.
- Homeoffice planen. Du arbeitest an einem Gaming-PC (400 W) plus zwei Monitore. Du tippst die Geräte-Wattzahl im erweiterten Modus ein. Ergebnis: ein kleines 2,5-kW-Gerät reicht, aber ohne diese Geräte würdest du 0,4 kW an Bedarf sparen.
- Installateur-Angebote vergleichen. Drei Angebote: 3,5, 5 und 7 kW, drei verschiedene Installateure, jeder sagt "das ist perfekt für dich". Der Rechner gibt dir eine Zahl: du weißt, wer unterdimensioniert oder überverkauft. Du verhandelst auf Fakten, nicht auf Verkaufsgespräche.
- Prüfen, ob deine alte Klimaanlage noch reicht. Du hast ein 2,5-kW Gerät von vor 8 Jahren, Raum 25 m², im Juli kommt es nicht hinterher. Du tippst die Zahlen ein: der Rechner zeigt, dass du 3,5-4 kW brauchst. Es ist also nicht das Gerät, das versagt, es war immer unterdimensioniert.