Wie viele Kilowatt Heizleistung braucht dein Zuhause wirklich?
Du kaufst einen neuen Heizkessel, eine Wärmepumpe oder einen Elektroheizer und weißt nicht, welche Größe wählen? Zu klein und sie schafft die kälteste Nacht nicht. Zu groß und du verschenkst Geld an Leistung, die du nie nutzen wirst.
Dieser Rechner zeigt, wie viele Kilowatt (kW) Heizleistung dein Haus oder ein einzelner Raum tatsächlich braucht. Tipp die Grundfläche, die Deckenhöhe und die Dämmqualität ein. In wenigen Sekunden bekommst du die Antwort plus einen Jahreskosten-Vergleich für fünf Brennstoffe: Gas, Strom, Wärmepumpe, Holzpellets und Heizöl.
Alles ist auf eine typische Heizsaison in Mittel- bzw. Nordeuropa und Nordamerika gerechnet. Du kannst auch in den erweiterten Modus wechseln und eigene Brennstoffpreise, eine eigene Auslegungs-Außentemperatur oder einen eigenen W/m²-Koeffizienten eingeben.
So nutzt du den Rechner
- Tipp die beheizte Grundfläche in Quadratmetern ein. Zähl nur, was du tatsächlich heizt, lass die Garage oder ein unbeheiztes Dachgeschoss weg.
- Gib die Deckenhöhe ein (meist 2,5-2,8 m in Wohnungen, 2,7-3,5 m in Häusern). Eine höhere Decke heißt mehr Luftvolumen, das warm gehalten werden muss.
- Wähle die Dämmqualität aus vier Optionen, vom Passivhaus (hervorragende Dämmung, 15-30 W/m²) bis hin zum Altbau vor 1980, der Wärme wie ein Sieb verliert (150-200 W/m²).
- Der Rechner zeigt die benötigte Heizleistung in kW: so groß müssen dein Kessel, deine Wärmepumpe oder deine Heizkörper zusammen sein, um am kältesten Tag des Jahres 21 °C drinnen zu halten.
- Darunter bekommst du die Jahres-Heizkosten für fünf Brennstoffe: Erdgas, Strom, Wärmepumpe, Holzpellets und Heizöl. Der günstigste ist grün hervorgehoben.
- Schalte den erweiterten Modus ein (Schalter oben), um Brennstoffpreise, die Auslegungs-Außentemperatur (Standard −20 °C) oder einen eigenen W/m²-Wert zu überschreiben, falls du ihn aus einem Energieausweis kennst.
Wann das nützlich ist
Sechs Situationen, in denen der Rechner eine reale Zahl statt einer Schätzung des Installateurs liefert:
- Gaskessel gegen Wärmepumpe tauschen. Der Installateur sagt "du brauchst 12 kW", aber du willst selbst prüfen. Du tippst 150-m²-Haus von 2015, gute Dämmung, 2,7-m-Decken. Du siehst: 7,5 kW reichen. Eine Wärmepumpe für 7.000 EUR statt 12.000 EUR.
- Prüfen, ob Gas noch lohnt. Die Gaspreise sind gestiegen, dein Nachbar ist stolz auf seine Wärmepumpe. Du gibst dein Haus ein, du siehst: Gas 900 EUR pro Jahr, Wärmepumpe 600 EUR. Differenz 300 EUR pro Jahr. Die Wärmepumpe amortisiert sich in 12 Jahren, die Entscheidung steht auf Zahlen, nicht auf Gefühlen.
- Elektroheizer für einen Raum wählen. Ein 15-m²-Raum in einem Gebäude der 1990er. Der Rechner sagt: Standarddämmung × 15 m² = 1,5 kW. Du weißt, dass ein 2.000-W (2-kW)-Heizer reicht, du kaufst keinen 3-kW "auf Nummer sicher".
- Neubau auf einem Grundstück planen. Der Architekt fragt nach der Größe des Technikraums. Du rechnest: 180 m² nach 2025er Standard, top Dämmung = 9 kW. Eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe reicht, kein Kessel in der Größe eines Schranks nötig.
- Prüfen, ob Pellets wirklich Öl schlagen. Dein alter Ölkessel kommt zum Schrott. Der Rechner zeigt nebeneinander: Pellets 700 EUR, Gas 900 EUR, Strom 1.700 EUR. Pellets gewinnen, aber du brauchst Lagerplatz.
- Eine Wohnung mit Stromheizung mieten. Der Vermieter sagt "sparsame Stromheizung". Du rechnest: 50-m²-1990er-Standard × 1.800 Stunden × dein Stromtarif = 800 EUR pro Jahr. Du weißt, ob du die Wohnung bezahlen kannst, bevor du den Vertrag unterschreibst.
Sobald du die Heizleistung kennst, paar sie mit dem Lüftungs-/KWL-Rechner, um die mechanische Lüftung zu dimensionieren, prüf Live-Tarife im Strompreis-Feed, und wenn du mit PV kombinierst, zeigt der Solar- und Speicher-Rechner die passende kWp/kWh.