Was dieses Tool dir sagt
Wähle einen Punkt auf der Karte, stelle ein, wie deine Module montiert sind, und bekomme eine echte Langzeit-Schätzung, wie viel Strom eine Dach-PV-Anlage dort jährlich erzeugen würde. Die Zahlen kommen direkt von PVGIS, dem Open-Data-Dienst der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU, der Satellitenmessungen (CMSAF SARAH-2, ERA5) mit standortspezifischen Klimamodellen verschmilzt. PVGIS ist das, was professionelle Installateure, Versorger und Netzplaner zur Dimensionierung von Anlagen in Europa und weltweit nutzen. Kein API-Key nötig.
Das Ergebnis ist klimatologisch (ein typisches Jahr, aufgebaut aus 10+ Jahren aufgezeichnetem Wetter), keine Wettervorhersage für nächsten Monat. Damit ist es ideal für die Anlagenplanung: Modulanzahl entscheiden, Dachausrichtungen vergleichen, Speicher dimensionieren und eine Amortisation gegenrechnen, bevor du einen Vertrag unterschreibst.
Passt natürlich zur STC-Angabe auf dem Modul-Datenblatt: PVGIS berücksichtigt bereits reale Verluste (Modul-Wärme, Wechselrichter-Effizienz, Verkabelung, Verschmutzung, durchschnittliche Verschattung), die kWh-Zahl, die du siehst, ist also das, was tatsächlich am Zähler ankommen sollte.
So nutzt du es
- Klick irgendwo auf die Karte (oder zieh den Marker), um einen Ort zu wählen. Nutz die Beispiel-Chips (Berlin, Madrid, Reykjavik), um schnell zu vergleichen, bevor du Feintuning machst.
- Stell die Neigung ein (Schieberegler, 0 bis 90 Grad). Für den größten Teil Europas liegt das Optimum bei 30 bis 40 Grad. Niedriger, wenn du nahe am Äquator wohnst, höher in Polnähe. Flachdächer setzen meist auf Aufständerungen mit 10-15 Grad, um Windlast und Schneeansammlung zu begrenzen.
- Stell den Azimut ein: 0 = Norden, 90 = Osten, 180 = Süden, 270 = Westen. Auf der Nordhalbkugel gewinnt Süd. Ost/West-Aufteilungen opfern 10-15 % Jahresertrag, glätten aber die Tageskurve, was zu einem Heimspeicher besser passen kann.
- Stell die Anlagengröße in kWp ein. Ein typisches europäisches Einfamilienhaus installiert 4 bis 8 kWp. Jedes Modul ist etwa 0,4-0,5 kWp, eine 5-kWp-Anlage sind also rund 10-12 Module auf 25-30 Quadratmetern Dach.
- Drück Berechnen. Die große Zahl oben ist der Jahresertrag in kWh. Darunter siehst du den spezifischen Ertrag in kWh/kWp (anlagengröße-unabhängig, ideal zum Vergleich von Standorten) und den Kapazitätsfaktor.
- Das Monats-Balkendiagramm zeigt die saisonale Form: in mitteleuropäischen Breiten erwarte etwa 6-mal mehr Produktion im Juni als im Dezember. Das Diagramm sagt dir auch, welcher Monat dein Spitzenmonat ist und welcher der schlechteste (praktisch beim Dimensionieren eines Winter-Speichers).
- Kopier die volle JSON-Ausgabe mit dem JSON kopieren-Button, um sie in eine eigene Tabelle zu pipen oder mit einem Installateur zu teilen.
Wann das nützlich ist
Echte Situationen, in denen eine PVGIS-Ertragsschätzung eine reale Entscheidung verändert:
- Zwei Dächer am selben Haus vergleichen: du hast eine Südausrichtung und eine Westausrichtung. Lass beide laufen, schau auf die kWh-Differenz, und du weißt, ob die Westseite die Mehrkosten der Montage wert ist. Spoiler: in den meisten europäischen Regionen schlägt die Südseite die Westseite um 10-15 %, aber für einen Haushalt, der vor allem nachmittags und abends Strom verbraucht, kann die Westseite tatsächlich besser sein, weil sie erzeugt, wenn du wirklich verbrauchst.
- Sanity-Check vor dem Installateur-Termin: hol dir eine Basis-kWh-Zahl für deine Adresse und dein Dach. Wenn das Angebot des Installateurs kommt, prüf, ob der prognostizierte Ertrag innerhalb von 5 % zu PVGIS passt. Wenn der Installateur 20 % mehr als PVGIS verspricht, ohne das zu erklären, hast du eine gute Frage zum schriftlichen Klären.
- Einen Heimspeicher dimensionieren: das Monatsdiagramm zeigt dir Dezember- und Januar-Produktion. Vergleich gegen deinen durchschnittlichen Winterverbrauch (Stromrechnung, kWh-Spalte), um zu sehen, ob ein kleiner Speicher (5-10 kWh) die Tag-Nacht-Lücke trägt, oder ob du in dunklen Monaten mit Netzbezug rechnen musst.
- Off-Grid-Hütte / Wohnmobil / Boot planen: PVGIS gibt dir die absolute Untergrenze dessen, was die Module im schlechtesten Monat liefern. Dimensionier deine Akkubank gegen diese Untergrenze, nicht gegen den Jahresschnitt, sonst stirbt dein Kühlschrank im Januar.
- Neigung für ein Boden- oder Flachdach entscheiden: zieh den Neigungs-Schieber von 10 bis 60 Grad und schau, wie der Jahresertrag reagiert. Bei 52 Grad Nord (Berlin, Amsterdam) hat die Kurve ein sanftes Maximum um 35 Grad und bleibt zwischen 25 und 45 Grad innerhalb von 2 %, du kannst also nach deinen statischen und optischen Vorgaben wählen.
- Rendite abschätzen: kombiniere die Jahres-kWh-Zahl mit dem Großhandels-Strompreis (siehe Strompreise live) und deinem Endkundentarif, um jährliche Einsparungen zu schätzen. Nützlicher Bauchgefühl-Check vor dem Kapitaleinsatz.
Verwandte Tools: Solar- und Speicher-Rechner, Strompreis-Rechner, Strompreise live, astronomische Uhr.